Licht in dunklen Räumen ohne Strom …

… zumindest am helllichtenTage.

Genug Tageslicht in die Räume zu bekommen, ist oft ein Problem. In privaten Eigenheimen, in Mietwohnungen und besonders an Arbeitsplätzen, seien es Büroräume oder Werk- bzw. Produktionsstätten.

Talis LichtkaminIm privaten Einfamilienhaus geht es oft nur um einzelne Räumlichkeiten. Das dunkle Treppenhaus, der Hobbyraum im Keller, die Souterrainwohnung oder gar nur um eigene oder Nachbars Bäume, die man logischer Weise deswegen nicht umhauen will, oder auch Nachbarbauten nahe vor dem Fenster. In Städten mit zunehmender Bauverdichtung wird dieses Problem wohl noch häufiger auftreten.

An den Arbeitsstätten ist das Problem schon allein aufgrund der oft riesigen Flächen, die beleuchtet werden müssen, wesentlich schwieriger zu lösen. Deshalb brennen dort meist auch den ganzen Tag die elektrischen Beleuchtungen.

Licht in Räume zu bekommen, obwohl es taghell ist, ist nicht nur ein bestimmter Anteil am Energieverbrauch,  sondern vor allem ein gesundheitliches Problem.

Ja! Nicht nur Pflanzen brauchen Licht. Auch Tiere und Menschen können ohne ausreichend Tageslicht nicht gesund leben. Eine seit Jahrzehnten bekannte und bewiesene Tatsache, die aber leider viel zu wenig beachtet wird.

Ganz schlimm für die heutigen Kinder.

Von Kita über Kindergarten bis Schule mit anschließender Sitzorgie vor der Manipulationskiste TV bzw. mit Daddeln an Smartphone oder PC beschäftigt, wobei die Reste der Denkfähigkeit verloren gehen und kaum noch Bewegung, frische Luft und ausreichend Tages-/Sonnenlicht. Die Züchtung von Krankheiten könnte nicht perfekter sein.

Eklatanter Vitamin D Mangel, auch wenn die “weiße Bruderschaft” , die Erfüllungsgehilfen der Pharmaindustrie, auch Ärzte genannt, das Gegenteil behaupten.

Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS, schöne Wortschöpfung), Kopfschmerzen, Migräne, Depression, Fettleibigkeit, Herz-Kreislauferkrankungen bis hin zu Krebs kann damit in Verbindung gebracht werden. Nicht nur bei Kindern sondern auch bei Erwachsenen. (Muss sich jeder selbst informieren. Das Thema ist zu umfangreich um es hier abzuhandeln.)

Wie bekommt man nun Tageslicht in die Räume, wenn Fenster fehlen oder nicht ausreichen?

Vor sieben oder acht Jahren hatte ich auf einer Messe mal eine – ich würde sagen – “Bastlerlösung” gesehen. Da wurden Spiegel in Form einer Sattelitenempfangsschüssel gezeigt. Die sollten im Garten so positioniert werden, dass man das gebündelte Sonnenlicht in das Fenster des entsprechenden Raumes lenkt, den man erhellen wollte. Wird sicher funktionieren. Aber soll man das Grundstück mit solchen Schüsseln vollpflastern?

Ähnliches, aber kleiner, moderner und natürlich “smarter” ist Caia. Auch eine kleine schüsselartige Lichtsammeleinheit – ein Tageslichtroboter – die man an der Stelle (innen oder außen) so positioniert, wie man will, dass das Licht in den Raum geleitet wird. Mit der eingebauten “smarten” Technologie – Trekkingsystem – richtet sich das Gerät dann selbst immer nach dem Sonnenstand aus. Ein nettes Spielzeug. Mehr Infos auf Indiegogo

Richtige Lösungen gibt es auch:

Zum Beispiel den Lichtkamin. Eine Entwicklung der Firma TALIS Tageslichtsysteme GmbH in 72658 Bempflingen.

Durch eine transparente Acrylglaskuppel auf dem Dach fällt das Tageslicht in eine oben offene Röhre, die innen mit einer hochreflektierenden optischen Schicht versehen ist.

Das Licht wird an dieser Beschichtung immer wieder gespiegelt und nach unten reflektiert. Also immer gerichtet nach unten geleitet. An dem unteren Ende der Röhre sitzt eine Streuscheibe aus Acrylglas mit ca. 1.900 kleinen Prismen, durch die das Licht dann im Raum austritt.

Talis LichtkaminDiese Technik ist sowohl für private Häuser, wie für Gewerbebetrieb, öffentliche Verwaltungsgebäude und ähnliches geeignet

Videos und alle weiteren Infos auf der Internetseite von TALIS

Ähnliche Technik gibt es auch von anderen Firmen s. z. B. bei Heliobus oder Solatube

Eine völlig andere Technologie nutzt die Glasfasertechnik.

Wie das funktioniert wurde schon 2015 in der Fernsehsendung“Welt der Wunder” gezeigt. Studenten von der FH Nürnberg haben ein System – Sollektor – entwickelt, das mittels eines Kollektors am Dach die Sonnen-/Lichtstrahlung einfängt und über Glasfaserkabel in die Räume leitet.

Hierzu das Video auf Youtube:

Vorteil der Technik ist der geringe Platzbedarf der Glasfaserkabel im Vergleich zu der zuvor genannten Technik mit den großen Röhren.

Die Studentengruppe hatte für diese Technik bereits eine eigene Firma gründet – BavarianOptics.

Auf der Internetseite kann man dann lesen, dass die Produktion von Sollektor bereits Ende 2017 eingestellt wurde. Hier können Sie die Begründung nachlesen:

Die schwedische Firma Soloros will solche Systeme bereits anbieten. Die Startfinanzierung über Kickstarter ist aber gescheitert. Hier zu lesen: 

Eine solch zukunftsträchtige Entwicklung sollte wohl an der Finanzierung nicht scheitern. Das muss man weiter beobachten.

Es gibt also machbare Lösungen für die dunkelsten Ecken.

Fotos: Schnappschüsse aus Talis- bzw. WdW-Videos

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Ein Kommentar zu Licht in dunklen Räumen ohne Strom …

  1. Alfred Werz sagt:

    Die Schildbürger der zweiten Generation
    Das Sonnenlicht über ein Glasfaserkabel in dunkle Räume zu leiten ist den Studenten an der Georg-Simon-Ohm Hochschule in Nürnberg gelungen. Bei allem was diese 3 angehenden Wissenschaftler geschaffen haben empfinde ich trotzdem einen großen Widerstand in einem fensterlosen Raum zu leben. Ohne Fenster ist es einfach ungemütlich, es fehlt der Kontakt zur Außenwelt.
    Was aber sinnvoll sein könnte, die fensterlosen Kellerräume könnten doch als Gewächshäuser genutzt werden. Empfindliche Pflanzen hätten ein gleichmäßiges Klima, sie wären geschützt vor Frost und Hagel und das notwendige Sonnenlicht kommt über die Glasfaserkabel. Zudem wären die Pflanzen vor lästigem Pilzbefall, Ungeziefer, Schnecken, Läuse geschützt und man könnte ohne Pflanzenschutzmittel (Glyphosat) auskommen. Die bebauten Flächen könnten so doppelt genutzt werden, über Tage zum Wohnen und unter Tage als Gewächshaus. Dieser Versuch sollte einfach mal gemacht werden.
    Die Nutzung der Glasfaser als Lichtleiter ist nicht neu.
    Glasfaserkabel werden auch in der Medizin bei endoskopischen Geräten eingesetzt um Licht und Bild dem Arzt bei Untersuchungen oder Operationen zur Verfügung zu stellen.
    In der Nachrichtentechnik werden bei der neuesten Übertragungstechnik die Kupferkabel durch Glasfaserkabel ersetzt. Auf einer Glasfaser ist eine Übertragungsgeschwindigkeit von 1 Gbit bereits möglich.
    Nur wegen der Energiebilanz halte ich das Weiterleiten des Sonnenlichts für wenig sinnvoll. Es geht nur um die Lichtqualität. Eine LED Lampe mit 6 Watt Leistung macht genau so viel Licht wie eine 60 Watt Glühbirne.
    Sonnenlicht abhängige Energiequellen haben wir schon genug. Es fehlt an Grundlastfähigen Energiequellen, also Energiequellen für Tag und Nacht.

    Deswegen soll auch der restliche Hambacher Forst für den Braunkohleabbau gerodet werden.

    https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_84535986/rwe-chef-schmitz-sieht-keine-chance-fuer-hambacher-forst-.html
    Für den Kohleabbau sind von ursprünglich 4100 Hektar Wald nach Angaben des Tagebau-Betreibers RWE Power bislang 3900 Hektar gerodet worden. Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat der Hambacher Forst eine 12.000 Jahre lange Geschichte und ist Heimat mehrerer streng geschützter Tierarten.
    Es verbleiben somit noch 200 Hektar Wald mit dieser 12.000 Jahre langen Geschichte und Heimat mehrerer streng geschützter Tierarten.
    Dabei stellt sich mir die Frage, für wieviel Jahre reicht dieser kleine Restbestand von 200 Hektar Wald für den Braunkohleabbau und dessen Verstromung noch aus?
    Ist es das Wert einen 12.000 Jahre alten Waldbestand mit mehreren streng geschützten Tierarten zu vernichten, nur damit der grundlastfähige Strom für eine kurze Übergangszeit sichergestellt ist.
    Denn dieses Naturdenkmal ist nachher unwiederbringlich verloren.
    Und was machen wir anschließend?
    Wenn es auf jede Tonne Braunkohle ankommt, sollten wir besser die Elektromobilität zurückstellen bis auch die grundlastfähige elektrische Energieversorgung sicher geklärt ist?

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