Mobilität: Automobilindustrie – Innovation unerwünscht!

Darf man mal die Frage stellen, was eigentlich das Wichtigste an einem Fortbewegungsmittel ist, oder ist diese Frage verpönt? Betrachtet man die Entwicklung in der Autobranche, scheint wohl elektronischer Schnickschnack das Maß aller Dinge zu sein. Für einen, noch nicht „hohlraumversiegelten“ Konsumsklaven, also einem Verbraucher, der ein Fahrzeug kauft, um von A nach B zu kommen, weil er darauf angewiesen ist, sind immer noch der Motor, sein Verbrauch und die Gesamtkosten die entscheidenden Kaufkriterien – zumindest bei der Masse.

Sieht man sich die diversen, alljährlichen Autosalons an – die Branche sollte mal über eine Namensrichtigstellung nachdenken – „Autokosmetiksalons“ wäre zutreffender, sucht man eine echte Innovation vergeblich. Neben den immer rausgestellten PS-Boliden und Nobelkarossen für die oberen 5 % – was völlig in Ordnung ist – wird noch die gehobene Mittelklasse bejubelt, wovon gut 80 % ohnehin nur als Firmenwagen laufen, also Großteils vom Steuerzahler finanziert wird, führen die eigentlichen „Brot- und Butterfahrzeuge“, wie die Branche sie gern selbst bezeichnet, meist ein Schattendasein – zumindest nach den Mediendarstellungen. Echte Innovationen, außer den zuvor genannten elektronischen Gimmicks. findet man nicht, es sei denn, man lässt sich Blödsinn als Innovation verkaufen.

Da bastelt ein Volksautobauer seit Jahren an einem 1-Liter-Auto herum und was kommt dabei raus? Eine zweisitzige „Plastikkiste“, die so weltfremd und deplatziert ist, wie ein Pinguin in der Sahara. Die aber ganz stolz in Kleinserie von 50 Stück zum Stückpreis von EUR 50.000,- aufgelegt werden soll (Welt am Sonntag 24.02.2013). Nun, die 50 Deppen, die nicht mehr wissen, wohin mit ihrem Geld, lassen sich ja leicht finden.

Das neudeutsche „Arbeitsmarktwunder“, dass dafür vier Bruttojahresgehälter aufbringen müsste, am Monatsende ohnehin nur mit Hartz IV- Zuschuss – trotz Vollzeitjob – überleben kann, ist ja ohnehin dafür nicht vorgesehen.

Ist die Autobranche wirklich so armselig, dass man nur noch mit massiven Werbemitteln über Emotionen und Manipulation Autos in der BRD verkaufen kann? Es scheint so zu sein, denn wenn man Autos am Fallschirm zusammenschraubt, Unterwasserfahrten macht und der Blinde Passagier (Krebs) ganz enttäuscht ist, wenn er aus der Radkappe fällt, mag das ja noch lustig sein. Muss man seine Karren schon mit der Massagefunktion im Fahrersitz oder sein elektrisches Rolldach mit Unterstützung von Joe Cocker`s „You can leave your hat on“ verkaufen, scheint der Höhepunkt der technischen Einfallslosigkeit schon überschritten.

Gibt es wirklich keine Innovationen mehr? Doch, es gibt sie, sie kommt „vom anderen Stern“. Die „Sternenleute“ bringen uns tatsächlich 2025 ein „Wasserauto“! Hurra, hurra es geht doch! ??

Zitat aus der Pressemitteilung, die man auf diversen Seiten und in der Presse findet – auch hier mit Bildern:

„Der Ener-G-Force nimmt recyceltes Wasser in Tanks auf dem Dach auf und leitet dieses an den „Hydro-Tech Converter“ weiter. Er wandelt diese natürliche, erneuerbare Ressource in Wasserstoff für den Betrieb der Brennstoffzellen um. Die Speichereinheiten für die gewonnene elektrische Energie befinden sich gut zugänglich in den markanten Seitenschwellern. Der Ener-G-Force emittiert nur Wasser, hat eine Reichweite von rund 800 Kilometern und ist damit ein wirkliches Green-Car.“

Wenn man diesen Werbespruch mal mit der Realität in Beziehung setzt, ergibt das Folgendes:

Der geheimnisumwitterte „Hydro-Tech Converter“ ist nichts als ein ordinärer, seit über 100 Jahren bekannter Elektrolyser, der Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufspaltet. Mit dem Wasserstoff wird die Brennstoffzelle betrieben, die wiederum die Akkus der vier Elektromotoren (einer an jedem Rad – auch nichts Neues) auflädt. Das ist etwa so, wie wenn ein Hamburger über Moskau nach München fährt, weil er weder eine Landkarte lesen, noch ein Navi bedienen kann.

Liebe „Sternenkinder“ für wie uninformiert haltet ihr eigentlich die Verbraucher? Nehmt euch mal ein Beispiel an Abraham Lincoln, der war erheblich weiser:

»Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen und das ganze Volk einen Teil der Zeit. Aber man kann nicht das gesamte Volk die ganze Zeit täuschen.“

Dass die „Sternenleute“ seit gut 30 Jahren an der Brennstoffzelle basteln kommt ja hier wenigstens zum Einsatz. Dass die aber auch über Motoren verfügen, die mit 100 % Wasserstoff betrieben werden können, ist auch bekannt. Warum also nicht gleich nur mit einem Wasserstoffmotor fahren? Kommt mir bloß nicht mit dem Spruch das geht nicht. Anderson, Meyer, Dingel haben bewiesen, dass es geht.

Oder warum nicht gleich nur Elektromotor mit Tesla-Konverter. Ja, den dürft ihr ja nicht bauen und Elektromotoren sind ja sowieso unerwünscht, weil die kaum einer Wartung bedürfen und viel zu lange halten.

Also wieder keine echte Innovation, aber ein zarter Hinweis, dass sie könnten, wenn sie dürften. Aber die „mächtigen“ Autobosse sind eben auch nur „Befehlsempfängergnome“ derer, die den Ton in der Welt (noch) angeben. Deshalb kann man ihnen ihre Innovationsverweigerung auch nicht vorwerfen – jeder hängt nun mal an seinem Job.

Dass in den großen Autowerken alles abgewiegelt wird, was echte Innovation in Punkto Verbrauch oder ganz neuer Konzepte betrifft, weiß ich aus Gesprächen mit Leuten aus den Entwicklungsabteilungen. Unter vier Augen geben sie ganz offen zu, dass das Hauspolitik ist. Sehr motivierend für diese eigentlich sehr engagierten, jungen Leute.

Unsere heutigen Motorentechniker und -ingenieure sind nämlich nicht einfallsloser, als jene aus den 1920 er bis 1940er Jahren. Die waren den heutigen schon um Lichtjahre voraus. Genau genommen haben wir einen Stillstand in der Motorentechnik seit gut 100 Jahren. Da nützt auch die Alibikosmetik an den ineffizienten Verbrennungsmotoren nichts, die ein amerikanischer Autobauer an seinem neuen deutschen Kleinwagen als Ökosensation bejubelt, weil der ein paar Milliliter weniger Sprit verbraucht.

BrandlPDF

Hier auch noch ein Beispiel von Verhinderung in den eigenen Reihen. Der Dipl. Ing. Gerhard Brandl, der den Wellengenerator konstruierte, hatte schon einen voll digitalisierten Verbrennungsmotor entwickelt, der nur 1 Liter Treibstoff verbrauchen würde. Hier die Beschreibung als PDF runterladen. Natürlich wurde der Motor nie gebaut. (Nachtrag: Diese PDF-Beschreibung musste entfernt werden lt. Mitteilung von Hr. Brandl.)

Auch die schweizer Firma Immares hatte ein echt innovatives Konzept erarbeitet. Auf einer Plattform diverse Fahrzeugtypen zu bauen, mit außerordentlich variablen Antriebsmöglichkeiten. Effektiver Antrieb mit Elektromotoren, mit geringstmöglichem Rohstoffverbrauch absolut wirtschaftlich Fahrzeuge zu bauen. Ein Konzept, dass das genaue Gegenteil von der großen Autoindustrie ist, die so produziert, als gäbe es auch in Millionen von Jahren noch unerschöpflich viele Rohstoffe und wäre die Entsorgung des Wohlstandsmülls überhaupt kein Problem.

Aus Insiderkreisen weiß ich, dass das Projekt für Europa erfolgreich verhindert wurde und bereits nach Asien abgewandert ist. Sehen Sie sich die Internetseite der Firma genau an – da sieht man, wie es auch geht. Wer weiß, wie lange die Seite noch im Netz ist. (Nachtrag: Die  Seite wurde bereits aus dem Netz genommen, deshalb Link entfernt.)

Auch die kroatische Firma Rimac Automobili baut innovative Elektroautos. Zwar ist deren Supersportwagen nur für die 5 % Reichen erschwinglich, aber darum geht es gar nicht.

Diese kleine Firma zeigt, wie effektiv Elektromotoren sind, dass die jeden Verbrennungsmotor „in die Tasche stecken“. Die arbeiten auch an der Verbesserung der Akkutechnik zur Verlängerung der Reichweiten und zwar sehr effektiv. Was so eine kleine Firma kann, sollten die großen Konzerne wohl schon lange können? Oder zweifel da jemand dran? Hier die Internetseite – es lohnt sich, diese einmal durchzustöbern.

Man könnte sich nur wünschen, dass die großen Autobauer sich endlich einmal auf das wirklich Machbare besinnen, als uns ständig nur diese blödsinnigen Elektronikspielzeugkisten anbieten zu wollen. Dass echte Innovationen möglich sind, ist keine Frage, nur werden sie strikt verhindert. Aber die Hoffnung, dass sich mal was ändert, stirbt bekanntlich zuletzt. Hoffentlich bevor WIR ausgestorben sind.

 

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